27. Mai 2015: Geschichtstag – Geschichte hautnah erleben – Besuch der Gedenkstätte Buchenwald

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Wie auch in den Jahren zuvor, fahren die 10er Klassen der ROS in das Konzentrationslager nach Buchenwald, nur 8km von Weimar entfernt. Wir, die 10a und 10b trafen uns um 5.30 Uhr am Siegener Busbahnhof. Dort haben wir dann auf die zwei Reisebusse gewartet. Um 6.00 Uhr ging es endlich los. Nach knapp vier Stunden Fahrt sind wir dann in Weimar angekommen. Auf dem Weg dorthin, konnten wir bereits einen Teil der Gedenkstätte sehen. Ein Mahnmal in Form eines Turms erinnert an die zahlreichen Opfer des Zweiten Weltkrieges. In Weimar machten wir dann eine zweistündige Pause, in der wir Zeit hatten, die historische Altstadt zu erkunden und uns auf den Spuren von Schiller und Goethe zu begeben.

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Um 12.00 Uhr ging es dann weiter nach Buchenwald. Es war ein sehr bedrückendes Gefühl. Dort angekommen, versammelten wir uns an einem Platz, auf dem noch ehemalige SS-Häuser standen. Diese sind mittlerweile u.a. als Bibliothek und „Kinosaal“ umfunktioniert. Im Kino begann auch unsere Führung. Es wurde uns ein 30 Minuten langer Film über das Gelände des Konzentrationslagers gezeigt. Dort erhielten wir bereits einen ersten Einblick über die Opferzahlen sowie die Einteilung der Gefangenen in unterschiedliche „Rassen“ bzw. Gruppierungen. So wurden beispielsweise zwischen Juden, Schwulen, Kriminellen u.s.w. unterschieden. Alle trugen unterschiedliche Abzeichen, die unterschiedliche Farben hatten. In dem KZ befanden sich nur Männer.

Danach begann unsere eigentliche Führung mit unserem Reiseleiter. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und erkundeten gemeinsam einen Teil des insgesamt 4km langen und 2km großen Geländes. Es war ziemlich kalt und windig. Das Gelände war äußerst leer und ein Großteil der ehemaligen Gebäude, z.B. SS-Häuser, Gefangenenlager oder Schlafplätze, waren bereits abgerissen, da sie größtenteils am Ende des Kriegs zerstört wurden. Im Laufe der Führung gelangten wir dann ins Krematorium, wo die Häftlinge verbrannt wurden. Eine Etage tiefer befand sich der Leichenkeller. Die Stimmung war äußerst bedrückend und viele von uns konnten es nicht fassen, dass Menschen zu „so etwas fähig“ waren. Im Gebäude neben dem Leichenkeller befand sich der „Pferdestall“. Das Haus wurde als Arztpraxis ausgegeben. Doch in Wirklichkeit wurden mit den Menschen Versuche unternommen, so spritzte man Schwulen z.B. Hormone. Im Anschluss wurden die Menschen jedoch darin erschossen. Der Raum bestand lediglich aus weißen Fließen und Haken, die an der Wand hingen.

Buchenwald--KZ-Tor

Danach durften wir das Gelände noch selbstständig erkunden. Viele von uns besichtigten noch die Zellen, die menschenunwürdig waren. Darin war nur ein Holzbrett, das als Bett diente. Normalerweise passt da nur ein Häftling rein, doch zur NS-Zeit waren bis zu 10 Menschen in einer dieser Zellen eingesperrt. Als Folge brachen viele Krankheiten aus oder man starb vor Erschöpfung oder Hunger.

Nach einer halben Stunde haben wir uns dann am Bus getroffen und haben die Rückreise angetreten. Alle waren ruhig und in sich gekehrt. Um 20.00 Uhr sind wir erschöpft in Siegen zurück gekehrt.

Wir bedanken uns bei folgenden Lehrerinnen: Frau Pelteki, Frau Überschär und Frau Betz-Geile. Auch beim Busunternehmen, das uns sicher hin und zurück gebracht hat.

 

Nora Kemper, Hella Hebel, Julia Köster (10b)