Geschichtsstunde auf dem Pflaster

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Im Rahmen des Geschichtsunterrichts zum Thema NS-Zeit machten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a unter Anleitung von Frau Überschär auf Spurensuche quer durch die Siegener City.

Die Aufgabe bestand darin, unter Angaben ausgewählter Straßennamen nach sogenannten „Stolpersteinen“ zu suchen und die darin eingravierten Information zu dokumentieren.

Neben dem anstregenden Fussmarsch, den die Schülerinnen und Schüler zurücklegen mussten, spielte der Faktor Zeit auch eine wichtige Rolle. Denn auf die Gruppe, die als erste alle „Stolpersteine“ gefunden hatte und sich am Treffpunkt einfand, wartete eine Belohnung.

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Rechts im Bild: Die Gewinnerinnen Slata, Eslem, Svenja und Sarah

Das Projekt „Stolpersteine“ wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demning ins Leben gerufen.

Die zehn mal zehn Zentimeter großen Tafeln aus Messing werden in den Bürgersteig eingelassen, und zwar vor dem Wohnhaus des Opfers. Eingraviert sind Name, Geburtsdatum, Datum der Deportation und Todesjahr. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, erklärt Gunter Demnig. Von den Nazis wurden die Menschen zu Nummern degradiert. „Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten“, so der Künstler.

Die Auseinandersetzung mit solchen grausamen Schicksalen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zugetragen haben, lösten bei den Schülerinnen und Schülern große Betroffenheit aus und förderten das Nachdenken über das Vergangene intensiver als eine „gewöhnliche“ Geschichtsstunde.

Gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus setzen – für Toleranz und Courage

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Seit 2011 beteiligt sich die Stadt Siegen am Internationalen Tag gegen Rassismus, um ein klares Zeichen für die Menschlichkeit, gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung zu setzen. Im Rahmen der Veranstaltung in der Siegerlandhalle am 21. März 2014 konnten wir, gemeinsam mit anderen Akteuren, als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage unsere Aktivitäten gegen Rassismus, Ausgrenzung und für ein friedliches Miteinander präsentieren.

Zudem bot an diesem Tag Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer, Autor und Politologe an der Universität Duisburg-Essen ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen. In dem anderthalbstündigen Training gegen Diskriminierung und Pauschalverunglimpfung zeigte er Strategien auf, um eigene Positionen argumentativ gegen rechtspopulistische Parolen und Schlagwörter zu vertreten. Professor Hufer erklärt, was Stammtischparolen sind, was hinter ihnen steckt und wie gekontert werden kann.

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Danke allen engagierten Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Freitagnachmittag an der Veranstaltung teilgenommen und unsere Schule vertreten haben: Lorin Mohamed (8a), Nura Ahmed (8c), Jean Luca Wagner, Mandy Bondorf (beide 9a), Mathias Sabo, Anna Kläuser, Jan Philipp Schmelzer (alle 9b), Sebastian Strerath, Svenja Mugrauer (beide 10b), Nisrine ElAyouchi, Rajae Guendouzi, Franziska Wegner (alle 10c), Herr Leidig, Frau Schleifenbaum, Frau Thärigen und als ehemaliger treuer Kollege Herr Roth.

Gegen das Vergessen – 16.12 1944

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Am 16. Dezember 1944 erlebte die Stadt Siegen die schrecklichsten Minuten in ihrer Geschichte. Über 50.000 Bomben wurden abgeworfen und unsere Stadt versank in Schutt und Asche, hunderte Menschen starben im Bombenhagel des Krieges, der seinen Weg zurück nach Deutschland fand, von wo er ausging. Daran erinnern wir Bürgerinnen und Bürger jährlich – mit einem Stillen Gedenken an der Gedenk- stätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Dicken Turm des Unteren Schlosses, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche, mit zahlreichen kulturellen und informativen Veranstaltungen, und den Aktionen des „Siegener Bündnis für Demokratie“.

Auch die Realschule Am Oberen Schloss unterstützt diese so wichtige Veranstaltung. „GehDenken!“

  • 15:00 Uhr Stilles Gedenken der Stadt Siegen am „Dicken Turm“ Gedenkstätte am Unteren Schloss
  • 15:30 – 17:30 Uhr Stationen des Siegener Bündnisses in der Oberstadt
  • Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10, kurze Vorträge „Desserteure der Weltkriege – vier regionale Beispiele“
  • SPD und DGB-Region Südwestfalen, Eingangsbereich KrönchenCenter, Infostand zu Otto Bäcker
  • IG Metall Siegen, Eingangsbereich KrönchenCenter, Info- stand zur Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“
  • Auszubildende der Stadt Siegen, Rathaus Siegen,Ratssaal, Infostand – Zeitzeugenprojekt zum 16.12.1944
  • Gymnasium Am Löhrtor, Realschule Am Oberen Schloß, Jugendparlament der Stadt Siegen, Seniorenbeirat der Stadt Siegen Rathaus Siegen, Galerie, Informationen zu Stolpersteinen – Schulen ohne Rassismus • Katholische Pfarrgemeinde St. Marien Siegen, Löhrstr. 23, Ausstellung zur Erinnerung an Pfarrer Ochse
  • Ev. Kirchengemeinde Nikolai, Nikolaikirche, Infostand – Erinnerungen an Theodor Noa
  • Bündnis90/Die Grünen, Löhrstr. 7, Motto „Hand in Hand“ (Stofftaschen mit „Händen“ bemalen, Buttons herstellen, Tapetenrollen mit integrationsfreundlichen Sprüchen beschriften, 2 Filme)
  • Die Linke, Kreisbüro, Kölner Str. 2, „Der Krieg kommt dahin zurück, von wo er ausgeht: Siegen – Militär und Rüstungsstandort im 2. Weltkrieg“, Ausstellung per Projektiosleinwand auf die Kölner Str.
  • DKP Gruppe Siegen, Eingangsbereich Haus Seel, Infostand – Frieden-Abrüstung-Rassismus
  • Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein, Foyer Sparkassenfiliale Marburger Str. Infostand zu Hugo Hermann

 

17:30 Uhr: Abschlussveranstaltung im Siegener Rathaus (Galerie) mit Redebeitrag Bürgermeister Steffen Mues

18:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst Nikolaikirche

19:00 Uhr Konzert DGB Jugend „Microphone Mafia“ und „Wir, wie Giaganten“, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung BlueBox, Sandstr. 54, Siegen, Eintritt frei

 

Erinnerung aufpoliert

Quelle: Siegerland Kurier vom 30.06.2013

Jugendliche reinigten Stolpersteine in Siegen
stolpersteine-34 Die Jugendlichen drei Siegener Schulen polieren die Stolpersteine und machten so die Daten wieder lesbar.

Siegen.
90 Stolpersteine gibt es im Stadtgebiet von Siegen – ein Teil von ihnen ist kaum noch zu erkennen. 27 Schüler von der Realschule Am Oberen Schloss (ROS), sowie vom Löhrtor-Gymnasium (GAL) und Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium (FJM) haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Erinnerungen aufzupolieren.

Stolpersteine wurden 1997 von dem Kölner Künstler Gunter Deming entworfen. Sie werden seitdem auf öffentlichen Plätzen und Gehwegen dort verlegt, wo die jüdischen Mitbürger, die in der Zeit des Nationalsozialismus verschleppt und ermordet wurden, ihren letzten Wohnraum hatten.

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„Eine Würdigung der Menschen“
Die Stolpersteine haben eine Kantenlänge von zehn Zentimetern und sind in das Straßenpflaster eingelassen. Auf der Oberseite befindet sich eine individuell beschriftete Messingplatte. Im Laufe der Jahre heben die Messingtafeln eine Patina erhalten – die Daten sind kaum noch zu erkennen. Bei einem Sternmarsch fielen den beiden Pädagogen der ROS, Patricia Thärigen und Herbert Siemon auf, dass die Stolpersteine kaum noch zu sehen sind und die Inschriften nicht mehr ins Auge springen. „Eigentlich könnten unsere Schüler die Stolpersteine von Siegen wieder zum Leuchten bringen“, sagten sich die beiden Pädagogen. Mit dem FJMG, dem GAL, sowie der Krankenpflegeschule, als „Schulen ohne Rassismus“, waren schnell Verbündete gefunden. Am Dienstag gab es an vier Stolpersteinen in der Alten Poststraße die erste Reinigungsaktion. Mit Schwamm, Paste und Putztüchern bestückt, polierten die Schüler die dunkle Oberfläche blank. Namen, sowie weitere Daten und Schicksale wurden so wieder sichtbar. Während der Reinigung verlasen andere Schüler die Biografien der Opfer. Andere Schüler verteilten Flyer an die Passanten, die die Aktion beobachteten. Außerdem legten Schüler noch rote Rosen auf die Stolpersteine.
Herbert Siemon: „Mit der Pflege der Steine vollziehen wir auch eine Würdigung der Menschen und erinnern an sie. Damit erhalten sie ein Stück ihrer Identität und Menschewürde zurück.“ Übrigens: In der nächsten Woche werden in Niederschelden Stolpersteine 91 und 92 verlegt, so Traute Fries vom Aktiven Museum.